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"Als ich mich mit den Ursprüngen beschäftigte, erkannte ich, dass Kinesiologie sowohl Wissenschaft als auch Kunst ist. Während einerseits eine Methode dahintersteht, es also Regeln, Prinzipien und logische Techniken gibt, gehört andererseits auch die direkte Interaktion zwischen Anwender und Klient dazu. Das bedeutet, dass Intuition und Einfühlung - beides Merkmale einer Kunst - wichtige Komponenten der Anwendung sind."
Dr. Charles Krebs

ALLGEMEINES ÜBER KINESIOLOGIE

Kinesiologie (kinein = bewegen, logia = Lehre) ist die Lehre von der Bewegung und hier auch die Lehre vom Energiefluss (Elektrik) im bewegten Muskel. Es geht darum, Blockierungen zu lösen und so das Wohlbefinden einer Person zu fördern und zu erhalten.

Um ein Problem zu erfassen, kennt die Kinesiologie - neben dem Gespräch - den so genannten Muskeltest: Das Gehirn verändert bezüglich eines Themas die Muskelgrundspannung und gibt so Auskunft über das Thema. Oder einfacher: Denken Sie an etwas Unangenehmes, wird sich die Spannung in ihrem Körper verändern. Diese Veränderung wird beim Muskeltesten spürbar. Der menschliche Verstand (Bewusstsein) wird dank des Muskeltests durch die Körperintelligenz (Unterbewusstsein) ergänzt.

Ist eine Blockade mithilfe des Muskeltests lokalisiert, werden alte fernöstliche (z.b. Akupressur) und moderne westliche Wissenschaften (z.B. Ernährungslehre, Bewegungslehre) eingesetzt, um den Menschen zu stärken. Die Kinesiologie kennt zudem spezielle Balancierungsmöglichkeiten, die positiv auf den Bewegungsapparat und das Blut- und Lymphsystem wirken. Arbeitsinstrument sind die Hände: Die Kinesiologie verzichtet weitgehend auf technische Hilfsmittel. Es wird am bekleideten Körper gearbeitet.

Das kinesiologische Wissen lässt sich leicht mit der eigenen Lebensgeschichte verbinden. Es kann in der Gruppe ausgetauscht, im Arbeitsleben direkt angewendet und in sämtliche Lebensbereiche integriert werden.

GESCHICHTE DER KINESIOLOGIE

Zeitrahmen: Beginn des 20. Jahrhunderts (um 1930), Ort: Amerika
Der Osteopath Frank Chapman findet heraus, dass es am Körper viele Punkte gibt, die mit der Lymphe in Zusammenhang stehen. Er massiert diese Punkte, aktiviert so den Lymphfluss und beobachtet, dass sich viele Beschwerden bessern. Er nennt diese Punkte Chapman-Reflexpunkte.

Der Chiropraktiker Terence Bennet findet heraus, dass gewisse Punkte am Körper die Blutzirkulation anregen. Er injiziert sich und Freiwilligen Farbstoffe, die das Blut im Röntgenapparat sichtbar machen und notiert die Punkte. Er nennt sie Bennets neurovaskuläre Reflexpunkte. Da die krank machende Wirkung von Röntgenstrahlen noch nicht bekannt ist, setzt er sich einer hohen Strahlenbelastung aus und stirbt an der Strahlenkrankheit.

Der Orthopäde R. W. Lovett entwickelt in den 30-er Jahren den Muskeltest, um Schäden im Bereich der Wirbelsäule zu lokalisieren. 1949 modifizieren Henry und Florence Kendall das Muskeltesten. Ihr Test wird Bestandteil der "Academic Kinesiology" (wir nennen sie Physiotherapie), die den genauen Ablauf der Muskel- und Gelenkbewegungen analysiert.

Der Chiropraktiker Dr. George Goodheart beobachtet, dass bei gewissen Krankheitsbildern gewisse Muskeln schwach testen. Er massiert Ansatz und Ursprung dieser Muskeln, bis sie stark testen und stellt fest, dass die Beschwerden oft verschwinden.

Goodheart stösst auf die Arbeit von Frank Chapman und beginnt, die Chapman-Reflexpunkte in seine Muskelarbeit zu integrieren und erforscht systematisch den Zusammenhang von Muskeln, Reflexpunkten und Beschwerdebildern. Er findet heraus, dass die Massage der Reflexpunkte den Muskeltest stark testen lässt und das Krankheitsbild verbessert.

Goodheart stösst auf die Arbeit von Bennet und findet heraus, dass auch dessen neurovaskuläre Reflexpunkte eine stärkende Wirkung auf Muskeln und Heilungsverlauf haben.

Er entwickelt die Synthese von Chapmanns und Bennets Punkten, seiner Massagetechnik und dem Muskeltesten und nennt sie Applied Kinesiology.

In den späten 60-er Jahren liest Goodheart Bücher über chinesische Medizin. Er beginnt, die Wirkung der Akkupunkturpunkte auf die Muskeln und die Krankheitsbilder zu untersuchen. Er findet heraus, dass Akkupunkturpunkte die von ihm getesteten Muskeln stärken und integriert seine Arbeit ins chinesische System.

In den 70-er Jahren entwickelt der Chiropraktor Dr. John Thie - ein Mitarbeiter von George Goodheart - aus den Techniken der Applied Kinesiology sein Touch for Health. Er will den Menschen die Möglichkeit geben, sich selber zu balancieren und statt nur heilend auch vorbeugend wirken. Gegen den Widerstand vieler Ärztekollegen unterrichtet Thie in Seminaren auch medizinische Laien. Dies ist der Anfang der weltweiten Verbreitung von Touch for Health.

Heute ist die Kinesiologie weit verbreitete und ihr Baum hat viele Äste: Brain-Gym, Angewandte Kinesiologie, Psycho-Kinesiologie, Spiralik, Integrative Kinesiologie..... Die Liste ist lang und wird fast täglich länger!